Wer ist eigentlich „deutsch“?

Obwohl schon zahlreiche AutorenInnen sich zum Thema Schwarzsein in Deutschland, Rassismus und White Privilege, geäußert haben und es inzwischen eine große Auswahl an Literatur in diesem Feld gibt (von Farbe bekennen bis hinzu Deutschland Schwarzweiß), wollen auch Wir uns in zukünftigen Beiträgen zu diesem Thema etwas ausführlicher äußern.

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Refugees #2: Deutsche, selber „Wirtschaftsflüchtlinge“?

Im Hinblick auf die aktuelle Lage in unserer Gesellschaft wird von  Gruppierungen wie beispielsweise PEGIDA, aber auch von Parteien wie der AfD, zunehmend gegen sog. „Wirtschaftsflüchtlinge“ gehetzt. Sie würden nach Deutschland kommen, obwohl es in ihren Ländern weder Krieg noch politische Verfolgung gebe. Dabei würden sie, der Meinung der Rechtspopulisten nach, sowohl die Sozialsysteme ausnutzen, als auch den „Deutschen“ die Arbeitsplätze wegnehmen. Was denn nun? Eine ziemlich paradoxe Argumentation. Bittere Armut, Ausweglosigkeit und Perspektivlosigkeit, übrigens meistens durch unsere Wirtschaftssysteme ausgelöst, scheinen für viele dieser Populisten kein ausreichender Grund zu sein, seine Heimat zu verlassen.

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Motherland: „They call it Africa, we call it home.“

Wir freuen uns euch eine neue Rubrik auf unserem Blog vorzustellen. In der Kategorie Motherland, werden unsere Autoren in Zukunft über den Kontinent Afrika schreiben.

Einer unserer jungen Autoren kommt aus Madagaskar und befindend sich zurzeit auf einem längeren Urlaub in seiner Heimat. Von dort wird er in den kommenden Wochen ein kleines Reisetagebuch führen. Er wird versuchen euch so die Schönheit seines Heimatlandes näher zu bringen. Natürlich wird er auch versuchen gewisse Aspekte kritisch zu beleuchten.

 

Man könnte nun denken: Afrika das ist doch viel zu allgemein und pauschalisierend!?

Natürlich haben wir nicht den Anspruch all die zahlreichen Aspekte und die gesamte Vielfalt Afrikas nur annähernd über ein paar Blogposts erfassen zu können. Wir haben uns aber für diese Kategorie entschieden, um unsere panafrikanische Einstellung rüberzubringen und den panafrikanischen Gedanken weiterzutragen. Obwohl viele unserer Autoren aus der Diaspora kommen und auch außerhalb Afrikas aufgewachsen sind, finden wir dass es wichtig ist uns zu unseren Roots zu bekennen, auch wenn sie noch so weit in der Vergangenheit liegen mögen. Der Struggle Schwarzer Menschen ist ein globaler Struggle, deshalb ist es wichtig sich mit dem Kontinent Afrika zu solidarisieren, denn dort ist die Ungerechtigkeit am stärksten zu spüren.

Während die meisten von uns in der Diaspora, zumindest die Basics für ein menschenwürdiges Leben haben (meistens mehr), ist Afrika immer noch die ärmste Region der Welt. Ausbeutung durch Megakonzerne, kriegerische Auseinandersetzungen, Landraub durch Spekulanten, korrupte Führerschaft, der Westen und China die ihre Finger überall im Spiel haben und mangelnde Bildung in der Bevölkerung, gehören zur Tagesordnung. Zudem werden ganze Völker durch das Vermächtnis des Kolonialismus ihres Selbstbewusstseins beraubt.

Glücklicherweise gibt es auch Licht am Horizont. Afrika ist nach Asien, die Region mit den am schnellsten wachsenden Wirtschaften und einem rasanten Bevölkerungswachstum. Außerdem hat Afrika die jüngste Bevölkerung der Welt. In manchen Staaten ist über die Hälfte der Bevölkerung unter 25 Jahren. Hierin liegt eine riesige Chance, denn in vielen westlichen Staaten wird die Bevölkerung immer älter und schrumpft. Das heißt wir haben in Afrika einen Großteil der arbeitsfähigen und vitalen Jugend der Welt. Die Ingenieure, Politiker, Unternehmer und Ärzte der Zukunft.

Schon haben die meisten westlichen Staaten (auch Deutschland),  Strategien entwickelt, wie man es schaffen kann Fachkräfte aus Drittstaaten abzuwerben. Da dem Westen in den nächsten Jahren massiv qualifiziertes Personal wegfällt, weil die Leute schlicht und ergreifend in Rente gehen. Schon vor der Politik hat die Wirtschaft erkannt was für riesige Probleme insbesondere auf Deutschland in den nächsten Jahren zukommen. Also werden nun institutionelle Instrumente geschaffen, die es Menschen aus Drittstaaten ermöglichen einzureisen. Natürlich nur wenn sie einen bestimmten Bildungsgrad oder ein bestimmtes Einkommen haben. Schon jetzt buhlen die westlichen Länder um die Fachkräfte aus den sog. „Entwicklungsländern“ und versuchen sich gegenseitig zu übertrumpfen die Zustände so „attraktiv“ wie möglich zu gestalten. Gleichzeitig wird der Zugang für Menschen die vor politischer Verfolgung, Krieg und Armut fliehen stetig erschwert, z.B in dem Millionen in die europäischen Grenzpolizei Frontex gesteckt werden.

Dieses Phänomen des Abwerbens von Fachkräften, das „Braindrain“ genannt wird, muss gestoppt werden. Man mag sich den Zustand der u.a. afrikanischen Volkswirtschaften gar nicht ausmahlen, denen ihr gesamtes qualifiziertes Fachpersonal fehlt. Damit dieser Fall nicht eintritt, muss investiert werden, muss ermutigt werden, muss Selbstbewusstsein geschaffen werden. Dazu gehört auch, dass Schwarze aus der Diaspora und auch alle anderen Menschen, die mit dem aktuellen Zustand der Welt nicht einverstanden sind, anfangen sich zu interessieren und zu solidarisieren. Wir müssen Unity zeigen. Eines der größten Probleme Afrikas ist der Mangel an Zusammenarbeit und Solidarität. United we stand, divided we fall!

Für eine/n schwarze/n Europäer/in oder Amerikaner/in ist es kein Widerspruch, sowohl ein fester Bestandteil der Gesellschaft zu sein in der er/sie lebt, als auch in den richtigen und passenden Momenten zu sagen: Ich bin Afrikaner/in!

In diesem Sinne sagen wir: They call it Africa, we call it home!

Peace,

Euer Rebel